Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 201.206

Entstehungszeitraum / Laufzeit : 1980-1989

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 0.1m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Seit die Annaburg 1979 geschlossen worden war, war die Zukunft des ehemals beliebten Ausflugsrestaurants auf dem Üetliberg lange Zeit umstritten. Thomas Bärlocher, von 1980 bis 1989 einziger Bewohner der Annaburg, hat einen guten Teil der politischen Auseinandersetzungen um dieses Gebäude dokumentiert. Nachdem eine Stiftung des Üetlibergvereins das für die Renovation der Annaburg nötige Geld nicht zusammenbrachte, beschloss der Stadtrat im März 1986 das Gebäude abzureissen. Thomas Bärlocher wurde aufgefordert, die Wohnung zu räumen und in eine städtische Wohnung umzuziehen (vgl. seine persönlichen Akten). Gegen diesen Entscheid regte sich Widerstand in Form der Aktion ‚Pro Annaburg’ und einer Motion, eingereicht von Salomon Browar. Dies hatte zur Folge, dass nochmals neue Kostenrechnungen angestellt wurden. Wie bereits 1979 lehnte es der Gemeinderat am 23. November 1988 jedoch ab, einen Teil der Kosten für die Renovation der Annaburg zu übernehmen. Deshalb reichte die Sozialdemokratische Partei der Stadt Zürich am 7. Dezember 1988 beim Gemeinderat eine Volksinitiative zur Rettung des Ausflugrestaurants ein. Es sollte gemäss Initiativtext sanft renoviert werden und unter der Führung der Stadt Zürich nicht nur als Restaurant, sondern auch als Ort für Versammlungen sowie Schul- und Klassenlager dienen. Zur Unterstützung dieses Begehrens formierte sich ein Komitee ‚Züri für d’Annaburg’, das sich mehrheitlich aus dem links-grünen Lager rekrutierte und das von Kurt Fehr (LdU) präsidiert wurde (unter anderen gehörten Roland Wiederkehr (parteilos) und Andreas Gross (SP) dem Komitee an). Die Stimmbürger lehnten am 5. März 1989 mit 42'384 zu 41'125 die Vorlage knapp ab. Es wurde Beschwerde eingereicht mit der Begründung, die Gegner der Initiative hätten bezüglich der Renovationskosten absichtlich mit falschen Zahlen operiert. Ausserdem reichte der LdU-Gemeinderat Klaus Ziegler eine Motion ein, wonach wenigstens ein Teil der Annaburg, das 1876 erbaute so genannte Anna-Chalet, unter Denkmalschutz gestellt und in den Picknick-Platz hätte integriert werden sollen. Die Überweisung der Motion wurde indessen deutlich, mit 61 zu 17 Stimmen, abgelehnt. Auch die staatsrechtliche Beschwerde, die, wie aus den Akten hervorgeht, bis vor das Bundesgericht gelangte, wurde abgewiesen; die ‚Annaburg’ musste schliesslich doch dem Picknick-Platz weichen.

Übernahmemodalitäten

Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben im Februar 2007 von Thomas Bärlocher

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Akten des Komitees Züri für d’Annaburg 1986-1989 und teilweise anderer beteiligter Parteien; Akten von Thomas Bärlocher 1980-1989; Zeitungsausschnitte

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift

Unterlagen in deutscher Sprache

zum AnfangVerzeichnungskontrolle

Informationen des Bearbeiters

Der Bestand wurde im März 2007 von Marzell Küttel bearbeitet.


Aktenserien

zum Anfang

Diverses

Ar 201.206.1Akten 1986-1989
Darin: Unterlagen zur Pressekonferenz der Aktion ‚Pro Annaburg’ vom 28.03.1986; Protokolle des Komitees ‚Züri für d’Annaburg’; Mitgliederlisten; Pressemitteilungen; Unterlagen zur Pressekonferenz vom 16.02.1989; Flugblätter; Drucksachen; Grundrisse der Annaburg; Schriftliche Anfrage von Irene Müller-Bertschi betreffend Wirtshausschild der Annaburg; verschiedene Blätter zur Verabschiedung der Annaburg; Einladung zum Treffen der ‚Annaoptimisten’ vom 17.11.2006 [1 Mappe]
Ar 201.206.2Diverses
Darin: Weisung des Stadtrates an den Gemeinderat betreffend Annaburg vom 25.05.1988; Weisung des Stadtrates an den Gemeinderat betreffend Volksinitiative zur Rettung der Annaburg vom 14.12.1988; Einladung zur 135. Sitzung des Gemeinderates vom 21.12.1988; Akten zur Abstimmungsbeschwerde; Einladung zur GV des Üetlibergvereins vom 10.03.1989; Akten zur Genossenschaft Annaburg; Akten Motion Anna-Chalet [1 Mappe]
Ar 201.206.3Akten Thomas Bärlocher 1980-1989
Darin: Mietverträge, Korrespondenz [1 Mappe]
Ar 201.206.4Zeitungsausschnitte
Darin: Zeitungsausschnitte von März 1986-April 1986 und von Dezember 1988-August 1989 [1 Mappe]
Plakat
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