Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 198.19

Entstehungszeitraum / Laufzeit : 1933-1992

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 0.4 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Klara Kaufmann, geborene Staudinger, wurde am 26.9.1916 geboren; Tochter von Dora und Hermann Staudinger (Nobelpreisträger). Klara Kaufmann besuchte nach der obligatorischen Schulzeit die Gartenbaumschule, danach Büroarbeiten bei Huber & Co. (Sattlerfournituren).

Schon früh zeigte Klär Kaufmann grosses politisches Engagement. Im Sommer 1939 reiste Klär Kaufmann in illegaler Mission nach Frankfurt, wo sie unter falschem Namen antifaschistische Flugblätter ins Dritte Reich brachte. Ein halbes Jahr danach heiratete sie Gustav Kaufmann, mit dem sie drei Kinder haben sollte.

Klara Kaufmann blieb eine vielseitig engagierte Friedensaktivistin (u.a. Frauen für den Frieden). Sie gehörte als Gründungsmitglied der "Friedensfreude im Friesenberg" (1950) zu denjenigen Pazifistinnen, die massgeblichen Anteil am wachsenden Einfluss der Schweizer Friedensbewegungen der 50er und 60 Jahre hatte. Bereits in der frühen Nachkriegszeit nahm sie an internationalen Friedenskonferenzen teil und machte sich, an der Seite ihres Mannes, für die weltweite Abrüstung stark. Klara Kaufmann setzte sich auch vehement für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Klara Kaufmann veröffentlichte zahlreiche Leserbriefe. Als Plattform dienten ihr insbesondere die PdA-Zeitung „Vorwärts“, die „Stimme der Arbeit“ und der „Tages-Anzeiger“. Ende der 1960er Jahre absolvierte Klara Kaufmann eine Ausbildung als Elternkursleiterin. Inhalt ihrer Seminare war die Diskussion familienpolitischer und gesellschaftlicher Fragen. In den Jahren 1977-1980 organisierte sie Treffen für Zürcher Gipser-und Malerfrauen, an denen politisch aktuelle Fragen thematisiert wurden.

Nebst der vorliegenden Familien- und Autobiographie verfasste Klär Kaufmann auch eine Biographie über ihre Mutter Dora Staudinger-Förster (siehe SOZARCH Ar 198.11).

Klara Kaufmann ist am 22.12.2007 in Zürich verstorben.

Übernahmemodalitäten

Der vorliegende Bestand wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv im Winter 1996/97 übergeben.

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Autobiographische Aufzeichnungen in vier Bänden ("Rückschau auf Familien- und Autobiographisches"), Korrespondenz 1941-1992, Geschichten von Klär Kaufmann aus den Jahren 1946-1987, Zeitungsartikel und Leserbriefe 1945-1989, Kopien von Staatsschutzakten betr. Gustav Kaufmann 1933-1976, Verschiedenes.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift

Unterlagen in deutscher Sprache

zum AnfangSachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Unterlagen zur Person Dora Staudinger-Förster findet sich unter SOZARCH Ar 198.11.

Veröffentlichungen

Nachruf auf K. Kaufmann-Staudinger von Christine Goll und Leni Altweg in: Neue Wege, 2/2008, S. 65-67


Aktenserien

zum Anfang

Diverses

Ar 198.19.1Biographisches 1939-1956
Ringhefte: „Wie war das damals?“
Rückschau auf Familien- und Autobiographisches Teil I 1939-1949
Anhang zu Teil I mit Artikeln und Briefen
Rückschau auf Familien- und Autobiographisches (und Gespräche mit Martha) Teil II 1950-1956
Anhang zu Teil II mit Artikeln, Briefen und anderem
Umfang:
Teil I 224 Seiten
Teil II 235 Seiten
je 2 Exemplare
Ar 198.19.2Akten und Korrespondenz 1941-1992
Mappe 1: Enthält Unterlagen und Manuskripte betr. Seminar IV für Elternkursleiter, 1968-1971.
Mappe 2: Korrespondenz u.a. mit Max Frisch, Else Gallwitz, Luitgard Himmelheber, Tonia Lechtmann, Leonhard Ragaz aus den Jahren 1941-1969 (alphabetisch geordnet).
Mappe 3: Korrespondenz 1970-1992.
Ar 198.19.3Zeitungsartikel und Leserbriefe 1945-1989
Mappen 1-2: Von Klär Kaufmann verfasste Artikel aus den Jahren 1945-1959, dazu Unterlagen betr. „Schweizerisches Aktionskomitee für das Frauenstimmrecht“ 1946.
Mappe 3: Geschichten von Klär Kaufmann aus den Jahren 1946-1987.
Mappe 4: Artikel, Berichte, Leserbriefe; ca. 1970-1984. Des weiteren Thematisches zu Treffen von Zürcher Gipser-und Malerfrauen ca.1977-1980.
Mappe 5: Artikel und Leserbriefe (v.a. Tages-Anzeiger) zwischen 1984 und 1989, dazu „Abschied von Werner Meier (1914-1988).“
Ar 198.19.4Staatsschutzakten 1933-1976
Die Archivschachtel enthält Kopien von Staatsschutzakten betr. Gustav Kaufmann und seinen PdA- Aktivitäten. Die Kopien decken den Zeitraum von 1933-1976 ab. Die Klär Kaufmann betreffenden Fichen sind in der Autobiographie „Wie war das damals?“, Teil II, abgedruckt.
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