Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 183

Entstehungszeitraum / Laufzeit : 1924-2006

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 1.0 m


Kontext

Abgebende Stelle

Alexander Schiwow, Zürich

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Victor Schiwoff, aus Innertkirchen BE, stammte aus einer Ärztefamilien. Besuch der Schulen in Affoltern am Albis und Zürich. Gehörte als 20-Jähriger zu den Gründungsmitgliedern der Partei der Arbeit der Schweiz. 1947-1952 Ökonomiestudium in Bern und Paris, 1952 Promotion zum Dr. rer. pol. der Universität Bern. Spätestens seit 1953 war Victor Schiwoff für den VPOD tätig, in dessen Auftrag er diverse Studien verfasst. Am 27. Dezember 1955 wurde er zum Sekretär der Sektion Luftverkehr des VPOD gewählt. Ein Jahr später, nach der Niederschlagung des Aufstands in Budapest wurde Schiwoff wegen eines 1952 für die ungarische Botschaft verfassten Traktats in ein Strafverfahren gezogen. Er wurde aus dem VPOD ausgeschlossen und 1958 zu einer 1-monatigen bedingten Haftstrafe verurteilt. 1960-1971 Redaktor des "Vorwärts" in Genf. Auf Initiative von Max Arnold wurde Victor Schiwoff 1971 vom VPOD als Verbandssekretär in Zürich angestellt (bis 1989). Die Wiedereinstellung von 1971 führte erneut zu einer Pressekampagne.

In den 1970-er und 1980-er Jahren war Victor Schiwoff auch in der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) führend tätig.

Übernahmemodalitäten

Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben am 18.08.2014.

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Im Nachlass von Victor Schiwoff gut dokumentiert sind die Pressekampagnen von 1956 und 1971 betr. Anstellung beim Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD. Darüber hinaus sind Kopien von Staatsschutzakten (Fichen) vorhanden. Der Bestand enthält auch Prozessakten aus den Jahren 1956-1958, Unterlagen zur Familiengeschichte und einzelne Fotodokumente.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Dubletten und eine Sammlung von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln zum Thema „Psychotherapie“.

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.

Sprache/Schrift

Unterlagen in deutscher Sprache

zum AnfangSachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

SOZARCH Ar 138: Nachlass Max Arnold (1909–1998)
SOZARCH Ar 39: Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste vpod, Syndicat des services publics ssp
SOZARCH Ar 1: Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Parti socialiste suisse, Partito socialista svizzero
Victor Schiwoff: Das Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, Zürich (Kommissionsverlag der Genossenschaftsbuchhandlung) 1955; Signatur: SOZARCH 46623

Veröffentlichungen

Jürgmeier: Staatsfeinde, oder, Schwarzundweiss. Eine literarische Reportage aus dem Kalten Krieg, Zürich 2002; Signatur: SOZARCH 109732

zum AnfangVerzeichnungskontrolle

Informationen des Bearbeiters

Die Bearbeitung des Bestandes erfolgte in den Monaten August und September 2014 durch Selina Lanz und Urs Kälin.


Aktenserien

zum Anfang

Biographisches

Ar 183.10.1Dokumente zur Biografie
ca. 1937-2004
1 Mappe, darin u.a.: Geburtsschein, Familien-Büchlein, Geburtstagswünsche an seine Frau, Testament (Entwurf), Familiengeschichtliches
Ar 183.10.2Fall Schiwoff: Prozessakten
1956-1958
2 Mappen
Ar 183.10.3Fall Schiwoff: Unterlagen zum Prozess Victor Schiwoff gegen VPOD/SGB
1956-1958
1 Mappe, darin u.a. : Basler VPOD Akten (Kopien), erhalten von Veronika Schaller, 1986
Ar 183.10.4Fall Schiwoff: Akten VPOD, Unterlagen Verbundsschiedsgericht
1956-1957
1 Mappe, darin u.a. : Ausschluss VPOD
Ar 183.10.5Fall Schiwoff: Presseberichtserstattung
1955-1957
2 Mappen
Ar 183.10.6Fall Schiwoff: Presseberichtserstattung
1957-1958
1 Mappe
Ar 183.10.7Wahl VPOD – Zentralsekretär
1971
2 Mappen
Mappe 1: Akten VPOD, darin u.a., Personalakten VPOD, Verbandschiedsgericht 1971, Unterlagen der Geschäftleitung und des Verbandsvorstandes
Mappe 2: Wahl VPOD 1971, Presse ca. Juni - Oktober 1971

zum Anfang

Staatsschutzakten

zum Anfang     Eigene
Ar 183.10.8Staatsschutz: Fichen, Korrespondenz, handschriftliche Aufzeichnungen, 1991-1993
1950-1978
1 Mappe
Ar 183.10.9Staatsschutz: Staatsschutzakten (Kopien), chronologisch geordnet
1957-1973
1 Mappe
Ar 183.10.10Staatsschutz: Staatsschutzakten (Kopien), chronologisch geordnet, Basel-Stadt
1961-1974
1 Mappe
Ar 183.10.11Staatsschutz: Staatsschutzakten (Kopien), chronologisch geordnet, Kt. Zürich
1951-1977
2 Mappen
Mappe 1: 1951-1973
Mappe 2: 1959-1977
Ar 183.10.12Staatsschutz: Staatsschutzakten (Kopien), div. Kantone u.a., Kt. Zürich
1962-1984
1 Mappe
Ar 183.10.13Staatsschutz: Zeitungsartikel
1950-1973
1 Mappe
zum Anfang     Dritte
Ar 183.10.14Staatsschutz: PdA Genf
1952-1978
3 Mappen
Mappe 1: 1952-1963
Mappe 2: 1964-1965
Mappe 3: 1967-1978
Ar 183.10.15Staatsschutz: Schweizer Kongress zur Verteidigung des Friedens, 4./5. Okt. 1952, Zürich
1952
Bericht, darin u.a. folgende Namen: T. Baroni, H. Kramer, A. Bonnard, G. Woker, M. Stohler, R. Brun
1 Mappe
Ar 183.10.16Zeitungsausschnitte: Affäre Dubois/Ulrich, Mercier, Goldsmith, Dausser/Per
1957-1966
1 Mappe
[Affäre Dubois/Ulrich: Der Sozialdemokrat René Dubois (1908-1957) war Bundesanwalt. Im Zusammenhang mit einem kurz vor der Aufdeckung stehenden Spionageskandal, in den er ohne sein Wissen selbst verstrickt wurde, beging er an seinem Wohnort Suizid. Die Affäre erregte national und international grosses Aufsehen. Als Folge der Affäre beschloss der Bundesrat 1958 eine teilweise Entflechtung von Bundesanwaltschaft und Bundespolizei.]
[Affäre Goldsmith: Der Genfer Korrespondent der Nachrichtenagentur AP hatte 1957 eine Meldung über ein Ermittlungsverfahren wegen politischen Nachrichtendienstes gegen einen Inspektor der schweizerischen Bundespolizei geschrieben. Der eidgenössische Untersuchungsrichter verlangte vom Journalisten Auskunft darüber, von wem er diese (zutreffende) Information hatte. Gegen die Informanten bestand u.a. der Verdacht der Amtsgeheimnisverletzung. Journalist Goldsmith verweigerte die Auskunft, habe er seinen Informanten doch ehrenwörtlich versprochen, ihre Identität geheim zu halten. Wegen ungerechtfertigt verweigerter Zeugenaussage wurde Goldsmith für einen Tag in Beugehaft genommen. Das Bundesgericht wies eine nachträgliche Beschwerde Goldsmiths ab. Es hielt fest, in der Regel sei jedermann verpflichtet, in einem Strafverfahren als Zeuge auszusagen. Die Pressefreiheit gebe Goldsmith kein Recht zur Aussageverweigerung. In der Folge wurden Medienschaffende immer wieder verpflichtet, die Quellen ihrer Informationen (sei es durch Zeugenaussage oder durch Herausgabe von Dokumenten) zu enthüllen.]
Ar 183.10.17Staatsschutzakten Dritter (Organisationen, Personen)
ca. 1950-1977
1 Mappe
Darin u.a.: Fichenlesung SJU, Staatsschutzakten Else Schiwoff & I.Wettstein (1950-1977), Cincera
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