Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 175

Entstehungszeitraum / Laufzeit : 1869-1985

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 1.4 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Geb. am 16. Mai 1889 in Zürich als Sohn von Stadtrat und Oberrichter Heinrich von Wyss (1854-1928) und Ida Kernen (1855-1937), Studium der Rechtswissenschaften in Zürich und München; Dissertation 1917 über ein arbeitsrechtliches Thema ("Das Recht auf Zuweisung von Arbeit im Arbeitsvertrag", publiziert 1918 in Aarau). Rechtsanwalt; Mitglied der KPS (Austritt 1926). 1930 Mitarbeiterstelle an der Rechtsabteilung der "Kommunistischen Akademie" in Moskau, die von E. Paschukanis geleitet wurde. Dort arbeitete Otto Wyss an einem Buch über die Sowjetunion ("Staatsaufbau, Wirtschaft und gesellschaftliches Leben"). Ab 1932 unterrichtete er zusätzlich an der "Universität des Westens" (KUNMS), nebst der Leninschule die wichtigste Kaderschmiede für ausländische Kommunisten. Im Februar 1937 wurde Paschukanis verhaftet und kurz darauf erschossen. Otto Wyss entging nur knapp der Inhaftierung, nachdem dem NKDW ein äusserst negativer Bericht über ihn übergeben worden war.

Im Oktober 1937 traf Otto Wyss in Zürich ein, wo er sich zunächst an Fritz Brupbacher wandte. 1938 eröffnete Otto Wyss ein Advokaturbüro in Basel. Er gehörte 1944 zu den Gründungsmitgliedern der PdA und war während acht Jahren Mitglied des Grossen Rates in Basel-Stadt. Otto Wyss war ein geschätzter Strafverteidiger; Tätigkeit als Redner und Referent, Publizist, Übersetzer russischer Literatur, Literatur- und Theaterkritiker. Verheiratet (1, 1916) mit Margrith Vögtlin, (2, 1939) Hilda Gurtner. Gestorben am 8. November 1960. Otto Wyss und Margrith Vögtlin hatten eine Tochter: Julia (von) Wyss (1916-1990), verheiratet [1940] mit dem bedeutenden Bühnenbildner André Perrottet (1916-1956).

Übernahmemodalitäten

Die Unterlagen wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv am 09.12.2010 schenkungsweise überlassen. Die Ablieferung wurde betreut von Cosima Bittmann und Oliver Perrottet.

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Vorhanden sind zum einen Unterlagen von und über Otto Wyss: Biographisches, Familiengeschichtliches, Korrespondenz, Fotodokumente und Werke. Spezielle Hervorhebung verdient der dichte und politisch aufschlussreiche Schriftwechsel zwischen Otto Wyss und seiner Schwester Hedwig Streiff-v. Wyss. Zum anderen umfasst der Bestand Unterlagen der Familie Perrottet bzw. Perrottet von Laban, namentlich die umfangreiche Familienkorrespondenz.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Nachlass Otto Wyss kann im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen eingesehen werden.

Sprache/Schrift

Unterlagen in deutscher, italienischer und französischer Sprache

zum AnfangSachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

SOZARCH Ar 198.7: Kopien von Kaderakten der Komintern (Dossier Otto Wyss)
SOZARCH Ar 101: Nachlass Fritz Brupbacher (1874-1945)
SOZARCH Ar 23: Gesellschaft Schweiz-Sowjetunion
SOZARCH Ar 126: Nachlass Alis Guggenheim (1896-1958)
SOZARCH Ar 459: Partei der Arbeit der Schweiz PdAS, Parti suisse du Travail PST, Partito svizzero del lavoro PSL
- Otto Wyss: Das Recht auf Zuweisung von Arbeit im Arbeitsvertrag, Aarau 1918 [Diss. Universität Zürich 1917]; Signatur: SOZARCH 2120
- Otto von Wyss: Die Geschwister, Erzählung, Zürich 1954; Signatur: SOZARCH Hf 2857
- Leo Tolstoj: Krieg und Frieden [a. d. Russ. übersetzt von Otto Wyss], Zürich 1942; Signatur: SOZARCH 12521

Veröffentlichungen

Peter Huber: Stalins Schatten in die Schweiz. Schweizer Kommunisten in Moskau: Verteidiger und Gefangene der Komintern, Zürich 1994; Signatur: SOZARCH 96335

zum AnfangVerzeichnungskontrolle

Informationen des Bearbeiters

Aufnahme des Nachlasses durch U. Kälin, 10.-14.10.2004; Abschluss der Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten im Juni 2015 nach der letzten Ablieferung vom 22.06.2015.


Aktenserien

zum Anfang

Autobiographisches, Familiengeschichtliches

Ar 175.10.1Autobiographisches
1917-1957
4 Mappen:
- Mappe 1: Nachrufe auf Otto Wyss (1960), Berufliches/Amtliches 1917-1938 (Anstellungsvertrag des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 17.10.1917 [Adjunkt der kriegswirtschaftlichen Polizeikontrolle]; Ernennung zum ausserordentlichen Staatsanwalt für kriegswirtschaftliche Straffälle, 12.09.1918; Ankündigung der Eröffnung eines Advokaturbüros am Gerbergässlein in Basel, November 1937); Schilderung der Entlassung in der Sowjetunion, 21.09.1937, 16 Seiten; Unterlagen betr. Italienreise 1958; Zeitungsausschnitte (u.a. zum 70. Geburtstag von O.W.), Mitgliedskarten PdA, Verschiedenes. Fotodokumente (Otto Wyss, Margrith v. Wyss-Vögtlin, Hilda v. Wyss-Gurtner, Hedwig Streiff-v. Wyss, Margrith v. Wyss-Vögtlin)
- Mappe 2: Tagebuchartige Notizen 09.08.1917-16.06.1920 (-1926). Enthält u.a.: Notizen zum Parteitag der SPS vom 16./16. August 1919 in Basel; Entwurf Austrittsschreiben KPS, 15.08.1926). Notiz- bzw. Exzerptheft 1944-1945 1957
- Mappe 3: Berichte aus Moskau 1930-1931 (I: 2- Mai 1939, 7 S.; II: 5. Mai 1930, 6 S.; Abschrift 13.06.1930-14.10.1939, 20 S.); Fotodokumente Moskau 1930, 1932 (u.a. Reise nach Kasan); Korrespondenz 1930-1931; Korrespondenz in russischer Sprache 1936-1960 (Walja)
- Mappe 4: Notiz-/Malheft 1949; tagebuchartige Notizen 1951-1957
Ar 175.10.2Familiengeschichtliches
1869-1937
1 Mappe, darin:
- E. Kernen: Geschichtliche Notizen über das Geschlecht der Kernen, Bern 1869
- Am Grabe von Wilhelm Gurtner-Kernen in Lauterbrunnen, 10.04.1904
- Nachruf Moritz von Wyss (1827-1908)
- [Gottfried Strasser]: Imma von Trachselwald. Eine emmenthalische Sage, 5 S., undat. [mit handschriftlicher Widmung]
- Zur Erinnerung an Ida von Wyss-Kernen (1855-1937)
- Nachruf Wilhelm von Wyss (1864-1930)
- Dossier Heinrich von Wyss (1854-1928): Feier im Krematorium am 3. Mai 1928, 32 S. [Ansprachen von Otto Wyss, Oberrichter Dr. Balsiger, Dr. A. Rosenberger), Todesanzeige vom 1. Mai 1928; Zeitungsausschnitte]
- F(amilien).A(rchiv) v. Wyss I-IX (handschriftliches Grobinventar, undat., 3 S.)

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Korrespondenz

Ar 175.10.3Korrespondenz mit Eltern
1 Mappe
Ar 175.10.4Korrespondenz, alphabetisch geordnet
1949-1960
4 Mappen
Mappe 1: A–B
Klara und Alfred Aeschbacher 1956-1959; Attilio 1956/1957; Sigi Bamatter 1952-1960; Arthur und Helen Baumgarten (Margrit Baumgarten) 1942-1968; Käthe Biske 1957-1960; Marino Bodenmann 1952-1956; Resi Brandl 1929-1932
Mappe 2: C–G
Emmy Cadusch 1958-1960; Paul und Martha Camenisch 1944-1955; Hans Erni 1955; Konrad und Martha Farner 1951-1960 (enthält Bildmaterial); Edith Franke 1958-1960; René Glanville 1942-1985; Hans Glanz 1921-1959; Alis Guggenheim 1940
Mappe 3: H–P
Alfred A. Häsler 1951-1958; Margaretha Hardegger 1959-1962; Alice und Arthur Hennig-Debus 1929-1980 (mit Ausführungen zur Familiengeschichte; Otto Krastel 1956-1959; Alice Kronenbitter 1958; Friedrich Müller 1956-1960; M. und L. de Pellegrini 1958-1960; H.F. Pfenninger 1956-1957; Max Pfister Terpis 1954-1959
Mappe 4: Korrespondenz Alice Mantot (verh. Meister), 1949-1960
Mappe 5: R–Z
Ar 175.10.5Korrespondenz mit Hedwig Streiff-von Wyss
1897-1906
3 Mappen
[Enthält auch: Umschlag mit Briefen der Geschwister Wyss und weiterer Verwandter, 1894-1917]
Ar 175.10.6Korrespondenz mit Organisationen und Verlagen
1956-1960
1 Mappe, darin:
- Demokratischer Kulturbund Deutschland (Julius F. Schieke), 1958-1960
- Kultur + Volk Basel (F. Eiger, H. Braunschweig), 1957-1958
- Vorwärts, 1956-1960
- PdA, 1956-1960
- Verlagskorrespondenz 1952-1958 betr. "Die Geschwister" und Übersetzungsarbeiten
Ar 175.10.7Einzelbriefe
1956-1960
1 Mappe, u.a. mit Briefen von:
Fritz Ernst (1956), Emil Landolt (1956), Ernst Rosenbusch (1956), Eva Wagner (1956), alt BR W. Stampfli (1956), Heinrich Löwenthal (1958), Hans Kalt (1958), F. Rüegg (1958), Pierre de Coulon (1960)
Ar 175.10.8Korrespondenz
1930-1931
1 Mappe, darin:
- zahlreiche Briefe und Karten von und an Familienangehörige (Julia Wyss, Ida Wyss-Kernen, Margrit Wyss-Vögtlin) aus den Jahren 1930-1931 (insbesondere aus Moskau)
- Kopie Bewerbungsschreiben O. Wyss zH der Kommunistischen Akademie in Moskau, 09.01.1930
- Berichte von Otto Wyss, Juni/Juli 1930 (Abschriften von M. Wyss-Vögtlin)
- "Bruchteil aus Otto Wyssens ewigem Monolog der unbewussteren Stimme" (undat.; M. Wyss-Vögtlin?)
Ar 175.10.9Korrespondenz H. Wyss-Gurtner
ca. 1939-1985
Darin:
- Korrespondenz ca. 1939-1950 [v.a. betr. Zweiter Weltkrieg]
- Korrespondenz mit Gertrud Redlich, 1981-1982
- sog. Maharishi-Korrespondenz, ca. 1976-1985
- Korrespondenz mit Inge, 1977-1982
Ar 175.10.10Kondolenzbriefe
1956
Ar 175.10.11Unterlagen Heiri Strub und Arthur Baumgarten
1943-1950
1 Mappe, darin:
- Dossier Heiri Strub: Heiratsanzeige 1943, Grafische Blätter 1948/1949 (Arbeiter 1949), Textentwurf "Vom trockenen Brot, Mondschein und Dividenden", undat. Typoskript, 40 Seiten
- Dossier Arthur Baumgarten: "Das Verhältnis der Dialektik zur Identitätslogik, Sonderdruck aus Misc. Acad. Berolinensia, 1950; "Das neue Völkerrecht und der Frieden (SA); Zeichnung "Prof. Baumgarten im Kolleg, Frau Hilda von Wyss in Freundschaft, Greta Barth, 10.12.1943"
Ar 175.10.12Broschüren, Drucksachen, Diverses
ca. 1909-1958
1 Mappe, darin:
- Konrad Farner: Offener Brief an H. NR Willy Bretscher
- Der Prozess gegen die kommunistischen Kammerabgeordneten in Frankreich, Broschüre, undat., 28 Seiten
- Wahrheit, Nr. 5, Juni/Juli 1953
- Die Weltbühne, 13. Jg., Nr. 28, 09.07.1958
- Der Sozialist, 1. Jg., Nr. 8, 01.06.1909
- Pressedienst der Schweizerischen Zentralstelle für Friedensarbeit, 10. Jg., Nr. 6, Dezember 1956
- Postkarten (2)
Ar 175.10.13Korrespondenz Alice Mantot
1949-1960
1 Mappe
Ar 175.10.14Korrespondenz Margrith Vögtlin

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Werke

zum Anfang     Übersetzungen
Ar 175.10.15W.W. Mayakowski
- W. Mayakowski: W.I. Lenin, Typoskript, 39 Blätter (1 Buch)
Ar 175.10.16W.W. Mayakowski
- W. Mayakowski: diverse Texte (1 Mappe)
zum Anfang     Eigene literarische Werke
Ar 175.10.17Manuskript "Die Geschwister, Bd. II"
undat.
- W. Mayakowski: diverse Texte (1 Mappe)
Ar 175.10.18Manuskript "Gedichte"
ca. 1939-1959
1 Mappe, darin:
Manuskripte und Typoskripte diverser Dichtungen: "Gespräch am Abend", "Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur die Frauen an" (Lustspiel, undat., 23 Seiten), Epilog ("Werner und Betty"), "Geographiestunde mit Madeleine"
zum Anfang     Literatur, Geschichte, Politik
Ar 175.10.19Notizen zu literarischen Themen
ca. 1952-1959
2 Mappen, darin:
- Tschechow, Mayakowski
- Vorlesungen über russische Literatur, Typoskript, 69 Seiten
- Max Frisch, 1958/59
- Friedrich Dürrenmatt, 1959
- Gogol, 1952
- M. Dib: Algerische Trilogie, 1957
- Dossier Bertolt Brecht, 1956/1957 (Korrespondenz, Zeitungsausschnitte, Typoskripte)
Ar 175.10.20Juristisches
ca. 1919-1958
1 Mappe, darin:
- Eidgenössisches Strafrecht: Manuskript und Zeitungsausschnitte, 1938
- Manuskript "Eherechtsreform", undat.
- Oesterreichisches Eherecht: undat. Typoskript, 20 Seiten
- Teilung der Gewalten: Artikelserie im Volksrecht, 1919
- Familienrecht in Sowjetrussland, undat.
- Strafrecht und Psychiatrie: Artikel in: Rote Revue, 1928
- Vom Beruf des Richters: Vorwärts, 15.06.1946
- Das Recht dient dem Frieden: Vorwärts, 31.10.1951
- Klassenkampf und Recht: Vorwärts, April 1958
- Über unglückliche Zufälle bei der Behandlung von Kranken in staatlichen Anstalten: undat. Manuskript, 20 Seiten
- Dissertation 1918
- Asylrecht: Typoskript, 1929, 37 Seiten
- Verteidigung in Sachen E. Illi ....: Plädoyer, 1929, 13 Seiten
- Entwurf "Asylrechtsinitiative": Typoskript, 2 Seiten
Ar 175.10.21Historisches
1944-1950
1 Mappe, darin:
- Die Legende von St. Jakob: Typoskript, 1944, 50 Seiten
- Heinrich XIII
- Nobile Turegum: Manuskript, 1950, Seiten 250-267
Ar 175.10.22Politisches
ca. 1930-1960
1 Mappe, darin:
- "Soziale Entwicklung", undat. Manuskript, 25 Seiten
- Sowjetische Literaturpolitik, undat. Typoskript, 6 Seiten
- An unsere Heimkehrer aus Spanien, Typoskript, 1939
- Diverses politische Manuskripte 1930-1960: Demokratie, undat. (um 1937); Teilausverkauf der Demokratie?, undat., 7 Seiten; Ansprache anlässlich des Begräbnisses von vier Rotarmisten auf dem Hörnli bei Basel, 24.06.1945, 8 Seiten; Aufruf an das Schweizervolk, 1943, 2 Seiten; Es lebe die Pariser Kommune! undat., 1 Seite; Die Erklärung der Menschenrechte (27.08.1789), undat. Typoskript, 7 Seiten; Russische Diktatur, undat. Typoskript, 7 Seiten
Ar 175.10.23Theaterkritiken, Buchbesprechungen
ca. 1938-1960
1 Mappe, darin:
Manuskripte, Vorarbeiten, Zeitungsausschnitte. Darin: Vereinzelte Korrespondenz mit Vorwärts (Emil Arnold); undat. Manuskript "Die Meuterei an der Flüela", 4 Seiten

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Sammelgut

Ar 175.10.12 Broschüren, Drucksachen, Diverses
ca. 1909-1958
1 Mappe, darin:
- Konrad Farner: Offener Brief an H. NR Willy Bretscher
- Der Prozess gegen die kommunistischen Kammerabgeordneten in Frankreich, Broschüre, undat., 28 Seiten
- Wahrheit, Nr. 5, Juni/Juli 1953
- Die Weltbühne, 13. Jg., Nr. 28, 09.07.1958
- Der Sozialist, 1. Jg., Nr. 8, 01.06.1909
- Pressedienst der Schweizerischen Zentralstelle für Friedensarbeit, 10. Jg., Nr. 6, Dezember 1956
- Postkarten (2)
Ar 175.10.31Dossier Landi 39
1938-1939
1 Mappe, darin:
- "Das Modetheater" (Regie: Max Terpis-Pfister): Programm, Broschüren, Hausordnung für das Internat der Modetheater AG, Zürich
- Zeitungsausschnitte
- handschriftliche Notizen von Julia Perrottet-Wyss (undat.)
- Titelblatt "Heim und Leben", Nr. 31/7.Jg., 28.01.1939, mit Julia Wyss
- diverse Fotodokumente
[Julia Wyss war eines der sog. Landigirls ("Elevinnen der Modetheaterschule": Susi Brücher, Vreni Ehrismann, Rita Galli, Hanni Klopfstein, Elfriede König, Ira Mahler, Susu Müller, Anne-Marie Rosselat, Lee Ruckstuhl, Regina Schmid, Lisette Ungricht, Julia von Wyss)]
Ar 175.10.32Kopien, Abschriften, Diverses
ca. 1941-2010
1 Mappe, darin:
- (Otto Wyss:) Korrespondenz von und an Konrad Farner und Martha Farner, 1953-1960 (Kopien)
- (Otto Wyss:) Korrespondenz von und an Aline Valangin, 1955-1956 (Kopien)
- (Julia Perrottet-Wyss:) Korrespondenz von und an Irene (Ira) Steiner-Mahler, 1941-1977 (Kopien)
- (Julia Perrottet-Wyss:) Korrespondenz von und an Ré Soupault, 1983-1989 [Ré Soupault, eigentlich: Meta Erna Niemeyer (1901-1996), Modemacherin und Fotografin, verh. in erster Ehe (1926) mit Hans Richter (1888-1976), Dadaist, in zweiter Ehe (1936) mit dem Verleger und Schriftsteller Philippe Soupault (1897-1990)]
- Berichte aus Moskau, 1930-1931 (Abschriften, u.a. von Cosima Bittmann)

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Unterlagen Familie Perrottet

Umfang : 0.8 m
Verwaltungsgeschichte/Biographische Angaben : Suzanne Perrottet (1889-1983), Tänzerin und Tanzpädagogin. Ausbildung zur Violinistin am Genfer Konservatorium, dort Unterricht bei Emile Jaques-Dalcroze, Professor für Solfège und Harmonielehre, später auch in seiner Spezialklasse für rhythmische Gymnastik am Konservatorium. Als diplomierte Lehrerin (gymnastique rythmique, 1909) folgte sie Jaques-Dalcroze an die Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus in Hellerau und unterrichtete dort unter anderen Mary Wigman, Marie Rambert und Gustav Güldenstein. 1912/13 ging Suzanne Perrottet nach Wien, um Kurse in der Methode Jaques-Dalcroze zu geben. Ab Juli 1913 erlebte sie auf dem Monte Verità den anderen Aufbruch zu einem neuen Körper- und Bewegungsverständnis mit und wirkte als Mitarbeiterin Rudolf von Labans wiederum als Pionierin. Die ménage à trois in Ascona, München und Zürich mit ihm und seiner Frau Maja Lederer dauerte bis 1917. Als Pianistin begleitete sie die Schulvorstellungen der Labanschule für Bewegungskunst und die ersten Tanzabende Wigmans und wirkte bei den Dada-Soireen mit; als Tanzpädagogin war Suzanne Perrottet in der Labanschule für die Kinderklassen verantwortlich, dort unterrichtete sie zum Beispiel Vera Skoronel. 1918 übernahm sie die Schule, die sie zuerst gemeinsam mit Katja Wulff weiterführte, taufte sie in Schule für Eurhythmie, dann Bewegungsschule Suzanne Perrottet um, während der Zusammenarbeit mit Trudi Schoop 1927–1929 hiess die Einrichtung zeitweise auch Bewegungsschule Perrottet-Schoop. Unterricht bis 1979 in Zürich, Arbeit mit Laien und Kindern sowie Patienten von C. G. Jung und Bircher-Benner. 1921 lernte Suzanne Perrottet Max Terpis kennen, der ihr Schüler und Mitarbeiter wurde. 1921/1922 Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Zürich (Choreografie der Tänze in Glucks "Iphigenia in Aulis", Mitwirkung bei den Aufführungen von Othmar Schoecks "Venus"). Choreografien für Schulvorstellungen und die Feste des Lesezirkels Hottingen, Vortragstätigkeit (u.a. Lehraufträge an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und am Bühnenstudio Zürich), eigene Tanzabende (unter anderem im Schauspielhaus Zürich).André Perrottet (1916-1956), Bühnenbildner. Sohn der Tanzpädagogin Suzanne Perrottet und des Tänzers und Choreografen Rudolf von Laban; verheiratet mit Julia (von) Wyss. André Perrottet wuchs in Herrliberg und Glarisegg auf. Bereits 1934 hatte er dank Vermittlung seiner Mutter eine Bühnenbildassistenz am Stadttheater Zürich, 1934/35 Volontariat als Bühnenbildner am Stadttheater Bern. Umzug nach München, Ausbildung an der Staatsschule für angewandte Kunst. 1936-1938 Engagement am Stadttheater Basel, dort Bühnenbildner für fast siebzig Produktionen, unter anderem für die Uraufführungen von Albert Steffens "Friedenstragödie" und "Der Chef des Generalstabs", Ernst Kunz’ "Vreneli ab em Guggisberg", Cäsar von Arx’ "Dreikampf" und Hermann Kessers "Talleyrand und Napoleon". Es folgte ein Aufenthalt in England (London und Dartington Hall), dort Kontakte zu Film- und Theaterleuten. 1939-1946 als Bühnenbildner (und Kostümbildner) erneut am Stadttheater Basel. Dort Zusammenarbeit unter anderem mit Max Terpis und Gustav Hartung, ab 1944 intensive Arbeit mit dem Schauspieldirektor Franz Schnyder. Während mehrerer Jahre Tätigkeit als Gast am Schauspielhaus Zürich (1946 Uraufführung von Max Frischs "Die chinesische Mauer", 1949 deutschsprachige Erstaufführung von Williams’ "Endstation Sehnsucht", 1950 Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft"). Zudem Filmarbeiten und Beschäftigung mit Theaterarchitektur. 1949 stellte André Perrottet der Öffentlichkeit Pläne für einen neuen Theaterbau vor, ein "Rundtheater mit drehbarem Zuschauerraum", das trotz intensiver Verhandlungen mit Krefeld nicht realisiert wurde. Unter dem neuen Direktor des Stadttheaters Basel, Albert Wiesner, nahm André Perrottet 1953 dort seine Tätigkeit als Bühnenbildner wieder auf, weiterhin Gastinszenierungen in Luzern und St. Gallen. 1956 wurde der Vertrag am Stadtheater Basel nicht verlängert. Freitod am 23.02.1956.
Bewertung und Kassation : Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Verwandte Verzeichnungseinheiten : Der Nachlass Suzanne Perrottets wird seit 1990 in der Bibliothek des Kunsthauses Zürich aufbewahrt, wohin er als Schenkung gelangt war. Der Nachlass besteht aus drei Abteilungen:- Fotografien (1860-1983)- Dokumente (1890-1983)- Briefe (1894-1983). Das Inventar liegt als Typoskript vor. Neben Bildern, Skizzen, gedruckten Dokumenten und Briefen von Suzanne Perrottet selbst, ist vor allem Rudolf von Laban im Nachlass mit sehr vielen Stücken vertreten.
Ar 175.10.24Familienkorrespondenz
1916-1936
1 Schachtel
[Enthält in erster Linie Briefe von und an: Suzanne Perrottet, André Perrottet, Emile und Adèle Perrottet]
Ar 175.10.25Familienkorrespondenz
1935-1939
1 Schachtel
[Enthält in erster Linie Briefe von und an: Suzanne Perrottet, André Perrottet, Emile und Adèle Perrottet, einzelne Briefe diverser Absender (u.a. Gustav Hartung, Eric Streiff) sowie die Korrespondenz zwischen Otto Wyss und Hilda Gurtner (1935-1938)]
Ar 175.10.26Familienkorrespondenz
1939-1942
1 Schachtel
[Enthält in erster Linie Briefe von und an: Suzanne Perrottet, André Perrottet, Adèle Perrottet, Julia von Wyss, Hedwig Streiff-v. Wyss, einzelne Briefe diverser Absender (u.a. Heinz Rückert, Rudolf von Laban) sowie die Korrespondenz zwischen Otto Wyss und Hilda Gurtner (1935-1938); Hochzeitsglückwünsche für Julia von Wyss und André Perrottet u.a. von Lisa Tetzner und Ninette Kruse]
Ar 175.10.27Familienkorrespondenz
1941-1948
1 Schachtel
[Enthält in erster Linie Briefe von und an: André Perrottet, Julia Perrottet-Wyss, Eric Streiff, Lilo Streiff, Hilda Wyss-Gurtner, Otto Wyss, Margrit Wyss-Vögtlin, Adele Bopp, einzelne Briefe diverser Absender (u.a. Franz Schnyder, Werner Kruse, Eva Wagner, Alfred Rasser, Lisa Tetzner, Marie-Louise Berg, Herta K. Field, Rita Littmann), Erinnerungen an Caux
Ar 175.10.28Familienkorrespondenz
1947-1956
1 Schachtel
[Enthält in erster Linie Briefe von und an: André Perrottet, Julia Perrottet-Wyss, Margrit Wyss-Vögtlin, Otto Wyss, Hilda Wyss-Gurtner, Claude Perrottet, Suzanne Perrottet, Hedwig Streiff-v. Wyss, einzelne Briefe diverser Absender (u.a.Eva Wagner, Rudolf von Laban, Mary Lavater-Sloman), Text von O. Wyss zum Tod von Bert Brecht (16.08.1956)
Ar 175.10.29Korrespondenz André Perrottet-Wyss
1935-1956
1 Schachtel, darin:
- Geschäftliche Korrespondenz (diverse Theater, Architekt Erwin Stoecklin [Basel])
- Artikel und Vorträge zur Theaterfrage in Basel; Texte zur Situation des Theaters im Allgemeinen sowie über das Rundtheater im Besonderen
- Anstellungsverträge A. Perrottet, 1935-1946
- Berichte und Reaktionen betr. Freitod A. Perrottet, Nekrologe
- Gedenkrede bei der Kremation von A. Perrottet, 27.02.1956, K[arl] G[otthilf] Kachler
Ar 175.10.30Korrespondenz André Perrottet-Wyss
1936-1952
3 Mappen, darin Korrespondenzen im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit von A. Perrottet als Bühnenbildner, u.a.:
- "Verteidigungsbrief an Theater-Kommission nach Kündigung im Dezember 1936" (Stadttheater Basel)
- Korrespondenz mit Max Terpis-Pfister, 1943
- Korrespondenz mit Lucas Burckhardt, 1943/1944
- Korrespondenz mit der Gesellschaft für schweizerische Theaterkultur, 1946
Ar 175.10.33Hans Richter: Briefe
1938-1965
1 Mappe
- Briefe von Hans Richter an Julia von Wyss, 1938-1939 (ca. 26 Stück)
- Briefe von Hans Richter an Julia von Wyss, 1948-1965 (ca. 14 Stück)
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