Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 1027

Entstehungszeitraum / Laufzeit : ca. 1909-2013

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 0.1 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Marie Grosshans wurde am 8. August 1886 geboren und wuchs in Neunkirch im schaffhausischen Klettgau auf. Nach Besuch der obligatorischen Schulen arbeitete Marie Grosshans im elterrlichen Haushalt und half ihrer älteren Schwester Elise, die als Damenschneiderin arbeitete. Ab 1906 besuchte sie die Pflegerinnenschule in Zürich. Nach erfolgreichem Lehrabschluss war Marie Grosshans in der Gemeindepflege tätig. Später war sie Kinderschwester im In- und Ausland, u.a. in Rouen, im Tessin und in England. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde sie als Gemeindeschwester nach Schaffhausen berufen.1919 wurde Marie Grosshans als Leiterin des städtischen Jugendheims "Palme" an der Forchstrasse in Zürich gewählt, das als Durchgangsstation für Kinder und Jugendliche diente. Als der Bau 1927 abgebrochen werden musste, dislozierte Marie Grosshans mit ihren Mitarbeiterinnen und Kindern in das grosse Haus "Erika" an der Rötelstrasse. Hier, im Jugendheim Rötelstrasse, wirkte Marie Grosshans bis zu ihrem altersbedingten Ausscheiden als fürsorgliche Heimleiterin.

Marie Grosshans fühltte sich stets stark mit den Sorgen der arbeitenden Bevölkerung verbunden. Ihre Verehrung galt Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer, Fritz Wartenweiler und Leonhard Ragaz. Als Erzieherin war sie oft streng und unnachgiebig, setzte sich aber andererseits mit aller Kraft für das Wohl der Kinder und für ihr Jugendheim ein. Als Höhepunkte im Jahreslauf galten die Feste, zu denen auch Eltern und Ehemalige eingeladen wurden. Die Besucher wurden mit kleinen Theaterstücken erfreut, es wurde musiziert, gesungen und getanzt. In der Erinnerung von vielen Ehemaligen blieb die liebevolle Betreuung, die den Kindern im Jugendheim Rötelstrasse zukam, nachhalttig in Erinnerung.

Übernahmemodalitäten

Die Unterlagen wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv am 17.07.2019 von Anna-Verena Fries übergeben. Nach dem Ableben von Marie Grosshans gelangten einige persönliche Gegenstände in den Besitz von Heinrich Fries, der in den Jahren 1935 bis 1937 im Jugendheim an der Rötelstrasse gewohnt hatte und mit Marie Grosshans auch nach seinem Auszug eine enge Beziehung pflegte.

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält, neben wenigen Unterlagen zur Person und einzelnen Schriftwechseln, persönliche Aufzeichnungen von Marie Grosshans zum Heimalltag, zu Mitarbeitenden sowie zu Kindern und Jugendlichen. Die im Nachlass vorhandenen Glasdias, Fotodokumente und Objekte wurden der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden einzelne Doubletten und Mehrfachexemplare sowie Drucksachen ohne direkten Bezug zur Nachlasserin: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Schweizerischen Pflegerinnenschule mit Krankenhaus in Zürich : 1901-1951, Zürich 1951 (Signatur: SOZARCH 71967); Schaffhauser Heimat. Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen auf das Jahr 1956

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift

Akten in deutscher Sprache.

zum AnfangSachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Broschüre: Schwester Marie Grosshans 1886-1960 [Abschied von Schwester Marie Grosshans am Dienstag, den 1. November 1960 im Zürcher Krematorium. Beisetzung der Urner am Mittwoch, 2. November 1960 auf dem Friedhof Nordheim], 21 Seiten

zum AnfangVerzeichnungskontrolle

Informationen des Bearbeiters

Der Bestand wurde am 16.05.2019 von U. Kälin bearbeitet.


Aktenserien

zum Anfang

Akten

Ar 1027.10.1Persönliches, Texte
ca. 1983-1999
Tagebuch von Schwester Marie Grosshans, 1915-Januar 1917
Tagebuch von Schwester Marie Grosshans, Juli 1917-September 1921
Poesiealbum, ca. 1952
Schw. Marie Grosshans: Gedanken, Sprüche, Lieder und Gedichte, ab ca. 1915
Kinder-Aussprüche, handschriftlich [1 Heft]
Ar 1027.10.2Jugendheim Rötelstrasse
ca. 1909-2006
Aufzeichnungen zu Unterlagen zu diversen Personen, ca. 1909-1961: Schwester Marie [Grosshans], Tante Frieda [Tobler, 1890-1951], Oberschwester Anna [Grosshans,1877-1959], Dino Krumscheid, Willi Harlacher, Heinrich Fries
Jugendheim Rötelstrasse: Ehemalige und Treffen, ca. 2005-2006 [Ralph Schoch]
Ar 1027.10.3Mitarbeiterinnen
1922-1951
Fräuleins 1922-1931, handschriftliche Eintragungen [Heft]
Fräuleins 1931-1932, handschriftliche Eintragungen [Heft]
Schwestern 1926-1936, handschriftliche Eintragungen mit diversen Porträtfotografien:Rösli Luzi (17.12.1904), Elisabeth Fischer (1912), Therese Birnkammer (10.12.1908), Martha Leemann (1915), Trudel Wirth (1912), Lili Randegger (1909), Elisabeth Kubli (1896), Gertrud Suler (12.12.1909), Frl. Gasser (01.06.1913), Gertrud Nptzli (27.06.1914), Fanny Kolb (15.08.1913), Gertrud Debrunner (26.11.1915), Elisabeth Mosimann (02.07.1916), Hulda Ehrensberger (1913), Marie Barrer (23.12.1910)
Schwestern und Fräuleins, handschriftliche Eintragungen 1937-1951 mit diversen Porträtfotografien: M. Tobler (24.10.1913), Hedwig Rüttimann (23.06.1915), Gertrud Kuhn (19.03.1920), Lisa Gisi (Jan. 1916), Lilli Randegger (01.03.1909), Doris Adank (13.06.1916), Gertrud Meier (26.05.1916), Agathe Wirz (25.11.1916), Margrit Stamm (24.12.1919), Bethi Christen (16.08.1915), Elisabeth Kaiser (Juli 1915), Dody Bühler (19.12.1908), Margrit Honegger (16.09.1915), Heidi Frick (11.10.1921), Hilde Bosshard (28.05.1917), Marlies Knoblauch (05.02.1918), Ruth Jucker (25.09.1923), Vreni Gigax (25.05.1919), Louise Tobler (16.06.1921), Heidi Fehlmann (04.01.1919), Trudi Brosy (18.01.1920), Lotte Glauser (29.01.1919), Anny Beyer (29.06.1920), Rosmarie Peter (07.03.1919), Erna Krummenacher (12.01.1922), Hedwig Riss (29.01.1904), Rosmarie Frey (1923), Madelaine Schelling (1925), Frieda Stamm (06.11.1914), Vreni Hafnere (23.09.1926), Gertrud Wamister (23.01.1925), Hanni Nyffenegger (06.03.1924), Martha Büchi (14.02.1925), Marie Müntener (14.01.1917), Trudi Grob (11.01.1926), Ruth Widmer (30.01.1926), Frl. Fischer (1908), Margret Widmer, Marie Neck (16.09.1912)
Ar 1027.10.4Drucksachen, Diverses
ca. 1909-2013
Schwester Marie Grosshans 1886-1960 (Abschied von Schwester Marie Grosshans am Dienstag, den 1. November 1960 im Zürcher Krematorium. Beisetzung der Urner am Mittwoch, 2. November 1960 auf dem Friedhof Nordheim); Broschüre
In memoriam Heinrich Fries 7.7.1917-21.5.1997
[Anna-Verena Freis, Thomas Fries-Coulin:] Peter und Margrit Fries-Obrist, Zum Gedenken. Ansprachen bei den Trauerfeiern am 18.12.2012 und am 22.02.2013 in der Kirche Dällikon, Bilder aus den Fotoalben von P. und M., Zürich 2013
Heinrich Hiestand: Jugendfürsorge und Familienleben, in: Am häuslichen Herd, 6, März 1909, S. 185-190
1100 Jahre Neunkirch 850-1950 («Weihnachten 1950 an unsere Tanten Marie u. Anna Grosshans von Margrit und Adolf zur Erinnerung an unsere recht gut gelungene Feier», Album mit zahlreichen Fotodokumenten
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